Wichtiges Zubehör

 

  

 

Eines vorab, über das meiste Zubehör lässt sich trefflich streiten und natürlich bin ich nicht wirklich objektiv, sondern durch dreizehn Jahre Kleinpudel- und zweiundzwanzig Jahre Settererfahrung geprägt.

 

Halsband

 

Ich bevorzuge vom Welpen an, gefütterte Lederhalsbänder mit Schließen. Mit Würgehalsbändern, auch mit begrenztem Zug, kann ich mich persönlich nicht anfreunden.Die Fütterung ist Fell schonend und gute Lederhalsbänder sind lange haltbar. Einziges Manko, Hunde können beim überstürztem Rückzug oder Bocken auch aus einem - scheinbar sehr eng eingestellten - Halsband rutschen.

Mein Augenmerk richtet sich auf die praktische Seite, mit Klunker-Halsbändern in Wald und Flur kann man nicht wirklich viel anfangen. Aufgesetzte Metallapplikationen oder große Steine sind zwar ungemein repräsentativ, aber letztendlich mehr als unpraktisch. Ich musste mir vor Jahren auch für Diva und Olympia die Halsbänder mit Setterapplikationen von Hunter antun und habe dann folgendes festgestellt. Die Halsbänder taugen weder zum Herumtoben mit anderen, denn da können sie den Zähnen anderer Vierbeiner gefährlich werden, noch sind die Applikationen besonders lange haltbar. Mit langen Haaren oder längeren Fell bleiben Hunde oder Zweibeiner daran hängen und können sich sogar verletzen. Wer unbedingt ein aufwändigeres Halsband für seine Setter möchte, sollte lieber auf punzierte oder mit Einlege- oder Flechtarbeiten verzierte Halsbänder zurückgreifen. Wobei ein glattes Halsband immer noch am besten zu pflegen ist, während sich in Vertiefungen doch Schmutzreste festsetzen können. Lederteile sollten mit Glycerinseifen und Lederöl gepflegt werden, damit sie lange geschmeidig und auch optisch gefällig bleiben. Diese Pflegeprodukte erhält man in Pferdesportfachgeschäften.

Strasshalsbänder werden sowieso meist nur für kleinere Rassen angeboten, die aufgeklebten oder genähten Steine überstehen, je nach Qualität, noch nicht einmal den ersten Spaziergang und somit werden diese Halsbänder schnell unansehnlich.

Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit, seinem Setter mehrere Halsbänder für verschiedene Gelegenheit anzuschaffen. Dass dabei Koralle und Oberländer Halsband tabu sein sollten, versteht sich von selbst, auch wenn diese Halsbänder noch immer gerne für Jagdhunde angeboten und auch genommen werden.

Gurthalsbänder haben meist relativ scharfe Kanten, schneiden ein und scheuern, sofern sie nicht unterlegt sind. Vorteil ist, dass sie, weil verstellbar, recht lange verwendet werden können und nach einer Wäsche wieder wie neu aussehen. Die meist verwendeten Plastikver-schlüsse sind allerdings empfindlich und können somit schnell defekt werden.Die Bänder können mit Namen und Telefonnummer bestickt werden

Kettenhalsbänder drehen sich bei Zug extrem zu, was zu schmerzhaften Erfahrungen bis hin zu Verletzungen des Hundes führen kann.

 

Mit Geschirren kann ich nichts anfangen, da meines Erachtens die Nachteile bei weitem überwiegen. Geeignet für Hunde, die wahre Entfesslungskünstler sind, was das Halsband betrifft. Verursachen bei entsprechendem Zug unschöne und vor allen Dingen schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen.

Halti - eine Art Kopfhalter von Linda Tellington Jones (T-Touch) bei besonders stürmischen Hunden empfohlen. Meiner Meinung nach ist aber ein gewaltiger Unterschied zwischen Hund und Pferd, sodass ich mich bis heute nicht durchringen konnte, dieses bei meinen Settern anzuwenden.

 

 

Leinen

 

Braucht man erfahrungsgemäß in mehrfacher Ausfertigung.

Verstellbare Flechtleinen. Sind praktisch unverwüstlich, gut waschbar und begleiten uns schon viele Jahre. Sollten aber lieber von Hand gewaschen werden, da Waschmaschine oder Trockner mit der Zeit die Haken beschädigen. Diese Leinen gibt es in vielen Farben von kunterbunt bis schwarz., auch mit einflochtenen Reflektorbändern. Wobei die Farbe natürlich Geschmackssache ist. Lassen sich im Gegensatz zu Lederleinen, die sich bei uns nicht bewährt haben, kaum durchbeißen.

Flexileinen acht Meter Gurt. Dort einsetzbar, wo der Hund einige Lauffreiheit haben sollte und dennoch nicht blindlings loslaufen soll. Sind leider nicht allzu lange haltbar. Flexi ist allerdings sehr kulant und ersetzt die Leinen bei einem Materialfehler in der Regel, wenn man sie einschickt. Für Welpen und Hunde, die an der kurzen Leine ungestüm ziehen, nicht unbedingt geeignet. Der Gurt sollte immer wieder auf Geweberisse überprüft werden und kann durch die Tatsache, dass er meist in Extremsituationen reißt, auch relativ gefährlich für Hund und Halter werden. Von Seilleinen für Setter ist eher abzuraten.

Feldleinen. Haben wir in 10 und 20 Meter Länge, geflochten. Der Umgang damit ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig und erfordert vom Führer etwas Übung. Achten Sie beim Kauf darauf, dass diese einen Karabinerhaken (Schnapphaken halten selten lange) und eine Handschlaufe haben. Für Junghunde gibt es relativ dünne, sehr leichte Feldleinen in 5, 10 und 20 Meter Länge, wobei beim Junghund eher die kürzeren zu empfehlen sind. Wer, wie ich, die dumme Angewohnheit hat, den loslaufenden Hund durch einen beherzten Griff in die Leine stoppen zu wollen, kann sich leicht die Finger oder die ganze Hand verbrennen. Ein Tipp: tragen Sie Leder- oder Reithandschuhe, um die Finger zu schonen.

Feldleinen aus Gurt haben den Vorteil, dass sie sich leicht aufrollen und somit gut transportieren lassen, leider kann man sich leicht an den scharfen Kanten schneiden.

Lederleinen sehen dekorativ aus, können je nach Qualität relativ leicht reißen, und noch einfacher durchgebissen werden.

Gurtleinen, hier gilt dasselbe wie für Lederleinen, außerdem kann der Griff, falls er nicht unterfüttert ist, schmerzhaft in die Führhand einschneiden. Vorteil: leicht zu reinigen, weil waschbar, sehr preisgünstig.

Für Aussteller eignen sich die dünnen, kurzen Vorführleinen. Sie sind in fast allen Farben und in verschiedenen Materialien, wie Leder oder Kordel, teilweise edel verziert, erhältlich. Die Halsung ist dort in der Regel schon integriert. Geeignet sind diese Leinen ausschließlich für den Showring!

 

 

Näpfe

 

Grundausstattung: je ein Trink- und ein Fressnapf. Mindestfassungsvermögen sollte bei einem Liter liegen. Nachdem wir anfänglich die billigere, leider weniger haltbare Plastikvariante benutzt haben, sind wir später auf Edelstahlnäpfe umgestiegen. Diese sind praktisch unverwüstlich und bei uns seit unserem Wurf vor sechzehn  Jahren im Dauergebrauch. Manko, die meist mitgelieferten Gummiringe, die sich auf rutschigen oder Fliesenboden bewähren, sind nicht unbedingt haltbar und leider nicht zum Nachkaufen. "Spanielnäpfe", die nach oben hin schmaler werden, sind zwar praktisch, wenn die Ohren nicht ins Futter hängen sollen, aber werden nicht von jedem Hund gerne angenommen. Edelstahlnäpfe lassen sich leicht säubern. Kalkränder bei den Wassernäpfen kann man mit einer Essiglösung vollständig entfernen, wobei natürlich darauf zu achten ist, dass sie anschließend besonders gut abgespült werden.

Keramiknäpfen sieht man nicht an, ob sie im Bezug auf die Glasur wirklich unbedenklich sind. Noch immer kommt, bevorzugt aus Drittländern, Keramik auf den Markt, deren Glasuren stark bleihaltig sind. Mit jeder Mahlzeit werden davon Partikel an das Futter abgeben, was zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod des Hundes führen kann. Keramiknäpfe sind zudem auch nicht bruchsicher.

Porzellanschüsseln sehen zwar ungemein edel aus und sind auch unbedenklich, aber leider nicht besonders haltbar. Abgesprungene Ränder sehen nicht nur unschön aus, sondern können auch zu Verletzungen des Hundes führen. Wenn die Schüssel zu Bruch geht, können Scherben  auch schwere Schnittwunden bei Hund und/oder Halter verursachen.

 

 

 Schlaf- und Ruheplatz

 

 

Am besten sind etwas stärkere Hundematratzen geeignet, die einen abziehbaren, waschbaren Bezug, der eine 60 Grad, besser noch eine 90 Grad Wäsche, unbeschadet überstehen sollte, aufweisen.

Sehr beliebt sind auch Hundekörbe aus Schaumstoff und so genannte Kudden, die ebenfalls einen abwaschbaren, austauschbaren Bezug haben. Meiner Erfahrung nach nimmt aber nicht jeder Hund die Kuschelkörbe an.

Besonders bei gefliesten Böden wichtig sind einfache Hundeunterlagen, die im Optimalfall eine Kochwäsche und den Trockner überstehen sollten. Diese kann man auch überall mit hinnehmen, um dem Hund einen Ruheplatz bieten zu können.

Geflochtene Körbe oder auch Betten sehen in der Regel zwar sehr dekorativ aus, werden aber oft innerhalb kürzester Zeit vom Hund angebissen oder vollständig in Einzelteile zerlegt.

Betten oder Sofas mit Holz oder Metallgestellen und passenden Matratzen werden in der Regel sehr gerne von den Hunden angenommen. Vorsicht bei Sprossen, aufwendigen Metallornamenten oder ausgeschnitten Verzierungen, dadurch können die Hunde sich je nach Abstand der Teile, Pfoten oder Kopf einklemmen, sich Verletzungen zuziehen oder im schlimmsten Fall ersticken.

 

 

Spielzeug

 

Spielzeug ist zwar wichtig für die Entwicklung des Junghundes, kann aber leider auch sehr gefährlich werden. Achten Sie beim Kauf vor allen Dingen darauf, dass keine scharfen Kanten vorhanden sind.

Gummispielzeug ist bei den meisten Hunden ungemein beliebt, vor allen Dingen, wenn es quietscht. Achten Sie darauf, dass die Teile groß genug sind, um nicht vom Hund im Ganzen verschluckt werden zu können. Weichgummispielzeug ist mit Vorsicht zu genießen, dieses wird schnell zerbissen und große Teile davon eventuell verschluckt. Festere Gummiteile sind haltbarer, immerhin kann aber auch hier das Quietschteil gefressen werden, was in der Regel aber aufgrund der geringen Größe kaum Komplikationen verursachen wird.

Bälle gehören oft zum Lieblingsspielzeug, auch hier sollte auf die richtige Größe geachtet werden. Tennisbälle werden, wegen ihrer Eigenschaft zu springen, bevorzugt, stehen aber im Ruf, durch die Filzoberfläche die Zähne frühzeitig abzunutzen. Meiner Erfahrung nach haben aber speziell für Hunde konzipierte Bälle aus dem Fachhandel leider eine wesentlich geringere Akzeptanz bei den Hunden.

Große Bälle werden auch gerne angenommen, leider ist wie bei den meisten Bällen das Vergnügen nur von kurzer Dauer, denn sobald sich einmal ein Fangzahn eingebohrt hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes "die Luft raus"

Vollgummibällen kann zwar nicht die Luft ausgehen, aber sie können leider auch stückchenweise angebissen und diese Teile verschluckt werden.

Kauspielzeug aus Büffelhaut ist zwar für die Zähne gesund und auch zum Fressen geeignet, aber leider gibt es immer wieder gierige Hunde, die zu große Stücke auf einmal hinunterwürgen wollen, was zum Ersticken führen kann. Es soll auch Spezialisten geben, die sich Kaustangen quer in den Fang klemmen. Wer ein Exemplar besitzt, das zu solchen Experimenten neigt, sollte den Hund nie unbeaufsichtigt mit diesen Teilen lassen.

Frisby ist nicht "jederhunds" Sache. Wie bei Bällen ist, besonders bei Jung- und Althunden Vorsicht geboten, dass das andauernde Auf- und Abspringen nicht zu sehr die Gelenke belastet.

Stofftiere werden zwar gerne zerlegt, sind jedoch meist unbedenklich, sofern sie weder aufgesetzte Augen noch Plastiknasen, die verschluckt werden könnten, besitzen.

 

Bürsten und Kämme

 

Bürste mit Borsten. Braucht man zum Abbürsten von getrocknetem Schmutz und zum Glanzbürsten. Babybürsten oder Bürsten mit besonders weichen Borsten helfen schon den Welpen an die Bürstprozeduren zu gewöhnen. Kunststoffborsten können allerdings durch die elektrische Aufladung zu unschönen "Fliegehaaren" bei Settern führen.

Softstriegel mit gebogenen, feinen Metallzinken. Wird an Stellen eingesetzt, an denen die Setter in der Regel zum Verfilzen neigen, also an den Ohren und an den "Hosen" besonders im Innenbereich der Hinterschenkel. Aber Vorsicht, so soft, wie es der Name vorspiegelt, sind die Bürsten nicht. Mit dieser Bürste muss behutsam gearbeitet werden, das Berühren oder gar Bearbeiten der empfindlichen Haut ist unbedingt zu vermeiden.

Metallkamm mit breiten Zinken. Ist geeignet zum Durchkämmen der Behänge und der Befederung.

Metallkamm mit besonders feinen Zinken. Dieser Kamm wird auch Flohkamm genannt, da sich unliebsame Untermieter wie Flöhe und Zecken darin verfangen. Unentbehrlich zum Entfernen noch nicht festgebissener Zecken.

Gummistriegel. Dient zur Massage und fördert so die Durchblutung der Haut. Wird auch von Hunden, die Bürsten und Kämme nicht mögen, angenommen und hilft bei der Gewöhnung an die Körperpflege. Manche Hunde bevorzugen den Gummihandschuh mit Noppen.

Zahnbürsten sind zwar praktisch, werden aber nicht von jedem Vierbeiner akzeptiert. Am besten ist es, den Hund bereits im zartem Welpenalter daran zu gewöhnen, dann leisten sie gute Dienste.

 

 

                                                                                                                                                    weiter zu Tierschutzhunde 

 


© 2008-2015 Silvia Gabler