Zecken - eine unterschätzte Gefahr

 

 

Zecken - eine meist unterschätzte Gefahr für Hunde und Besitzer Zecken , in Deutschland vor allem durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) vertreten, sind Blutsauger an Menschen, warmblütigen Tieren und Reptilien und können als solche gefährliche Krankheiten übertragen. Zecken halten sich in der wärmeren Jahreszeit vorwiegend im Unterholz von Wäldern und im hohen Gras auf. Sobald ihnen Erschütterungen und ein Geruch von Buttersäure signalisieren, dass sich ein geeigneter Wirt nähert, lassen sie sich fallen und bohren sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut ihres Opfers. Hier bleiben sie so lange haften, bis sie sich mit Blut vollgesogen haben. Dabei können die nur 4 mm großen Tiere auf das Dreifache ihrer ursprünglichen Länge anschwellen. Dem Menschen können in unseren Breiten zwei durch den Biß einer Zecke übertragene Krankheiten gefährlich werden: die Lyme-Krankheit (auch Lyme-Borreliose) sowie eine Hirnhautentzündung, die sogenannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (abgekürzt: FSME).

 

 

Für Hunde in Europa sind folgende Zeckenarten gefährlich:

  • Ixodes ricinus,gemeiner Holzbock
  • Ripicephalus sanguines, braune Hundezecke
  • Dermacentor reticulatus, Buntzecke


    Ixodes ricinus,gemeiner Holzbock

    Ripicephalus sanguines, braune Hundezecke

 

Vorkommen

  

  • Gemeiner Holzbock lebt in Wäldern, Parks, hohen Wiesen und Wegrändern.
  • Braune Hundezecke, aus Urlaubsländern bei uns eingeschleppt, hält sie sich sowohl in Wohnungen, als auch Ställen und Zwingern auf .
  • Buntzecke, in feuchteren Gebieten, Auwäldern und Mooren anzutreffen.

 Entwicklung der Zecken 

Die Zeckenentwicklung umfasst vier Stadien:Ei, Larve, Nymphe, erwachsene Zecke .Um sich vom Larvenstadium aus weiterentwickeln zu können, benötigt die Zecke Blutmahlzeiten von einem Wirt. Wirte der Zecke können Säugetiere, Menschen und auch Zugvögel sein. Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) befällt, wie der Name schon sagt bevorzugt Hunde. Die gesamte Entwicklungszeit der Zecke ist abhängig von Witterungsbedingungen, der Luftfeuchtigkeit und der Umgebungstemperatur und kann unter günstigsten Bedingungen schon nach wenigen Monaten abgeschlossen sein, oder auch jahrelang dauern. Für den gemeinen Holzbock liegt der ideale Temperaturbereich zwischen 14 und 23 Grad Celsius, 80 bis 85% Luftfeuchtigkeit sind ideal. Die Aktivitäten der Zecken beginnen allerdings schon bei einer Bodentemperatur zwischen 5 bis 7 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit, die über 80% liegt . Normalerweise findet man Zecken in Deutschland deshalb in den Monaten März bis Oktober (Ausnahmen bestätigen die Regel ), besonders gehäuft treten die Zecken zwischen Mai bis Juli und September bis Oktober auf.

Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden


Zecken sind Überträger mehrerer verschiedener, gefährlicher Krankheiten.

 

 

 

Babesiose
Vorkommen
  • In Europa, besonders in den Mittelmeer-Anrainerstaaten, Portugal, Schweiz, ehem. Jugoslawien und Ungarn
  • In Deutschland kommt die Krankheit bisher nur regional begrenzt (endemisch) im Raum Kehl/Offenburg/Lahr/Emmendingen/Freiburg (Breisgau), München und Regensburg vor.
Übertragung
  • Übertragung beim Blutsaugen der Braunen Hundezecke
    Rhipicephalus sanguineus
  • In Deutschland auch durch die Auwaldzecke
    Dermacentor reticulatus

     

Wichtige klinische Symptome
  • Ikterus (durch hämolytische Anämie)
  • Evtl. Fieber
  • Gewichts- und Konditionsverlust
  • Brauner Urin (durch Bilirubinurie)
  • Milzvergrößerung
  • Evtl. Blutungsneigung (durch Thrombozytopenie)

      Inkubationszeit 10 - 21 Tage
 
FSME

In Europa von Bedeutung
  • Flaviviren (Europäisches Zeckenenzephalitisvirus)
Vorkommen
  • Europaweit verbreitet
Übertragung

Bei der FSME handelt es sich um eine Zoonose
  • Beim Blutsaugen des gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus)
Wichtige klinische Symptome
  • Fieber
  • neurologische Symptome
 
 
Borreliose
In Europa von Bedeutung

Die Spezies Borrelia burgdorferi sensu lato umfaßt unter anderem folgende Arten:
  • Borrelia burgdorferi sensu stricto
  • Borrelia garinii
  • Borrelia afzelii
Vorkommen
 
  • In ganz Europa verbreitet
Übertragung

Bei der Borreliose handelt es sich um eine
Zoonose
  • Beim Blutsaugen der Zeckenart Ixodes ricinus, dem
    sog. gemeinen Holzbock
Wichtige klinische Symptome
 
  • Rezidivierendes Fieber
  • Lahmheit durch Arthritiden
  • Eventuell zentralnervöse Symptome  
Prognose
  • Die Prognose hängt vom Behandlungszeitraum ab
  • Leichte Polyarthritiden können bestehen bleiben
 

Ehrlichiose


In Europa von Bedeutung

Die Ehrlichia-Arten werden nach den von ihnen befallenen Wirtszellen folgendermaßen eingeteilt:

Mononukleäre Ehrlichiose
  • Ehrlichia (E.) canis (Hund)
  • Ehrlichia (E.) chaffeensis (Mensch)
Granulozytäre Ehrlichiose  
  • Ehrlichia (E.) phagocytophila (Hund, Wiederkäuer, Mensch)
Thrombozytäre Ehrlichiose
  • Ehrlichia (E.) platys (Hund)

Vorkommen
  • Die Ehrlichiose ist in ganz Europa verbreitet

Übertragung

Bei der Ehrlichiose handelt es sich um eine Zoonose
  • E. canis und E. platys werden von der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen.
  • E. phagocytophila wird durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) und durch Dermacentor variabilis übertragen
  • E. chaffeensis wird durch Ablyomma americanum und Dermacentor variabilis übertragen

Wichtige klinische Symptome


E. canis Infektion beim Hund

 

 Akute Phase  Chronische Phase
  • Fieber
  • Apathie
  • Anorexie
  •  
  • Blutungen
 seltener sind:
  • blasse Schleimhäute
  • neurologische Symptome
 
  • Abmagerung
  •  
  • Blutungsneigung mit meist
    petechialen Blutungen in der
    Haut und auf Schleimhäuten
 seltener sind:
  • blutiger Kot
  • Ödeme an den Gliedmaßen

Inkubationszeit 5 - 21 Tage

E. platys
  • Fieber
  • Lymphadenopathie
  • Anorexie
Inkubationszeit 8 - 15 Tage

 

Prognose

  • Bei Therapie günstig
 
Hepatozoonose
Vorkommen
  • Frankreich
  • Italien
  • Portugal
  • Griechenland
Übertragung
  • Durch Zerbeißen und Verschlucken von adulten Braunen Hundezecken (Rhipicephalus sanguineus)
Wichtige klinische Symptome

Die Infektion verläuft meist klinisch inapparent.
Nur bei jungen, durch andere Krankheiten bereits geschwächten oder immunsupprimierten Tieren kommt es zu Krankheitssymptomen.
  • Fieber
  • Hochgradige Schmerzhaftigkeit bei Palpation der Muskulatur und Röhrenknochen
  • Leukozytose von 20.000 bis 100.000 Zellen/µl
  • Eventuell Lymphknotenschwellung
Prognose
  • Ungünstig, die meisten Hunde mit einer klinisch manifesten
    H. canis-Infektion sterben
 

  

 

Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen gegen Zecken


Suchen Sie sich selbst und Ihren Hund nach jedem Spaziergang (Übrigens: auch im Garten gibt es Zecken!) nach den Spinnentieren ab.

Bei uns hat sich auch das Durchkämmen mit einem besonders feinzinkigem Kamm=Flohkamm bestens bewährt. Wie man leider immer wieder feststellen muss, helfen die Mittel, die man im Zoohandel und beim Veterinär gegen Zeckenbefall bekommt, wie Halsbänder, Sprays, Spot-on Präparate und auch Shampoos nicht oder kaum gegen die Zecken, bzw. die Wirkung ist nur von kurzer Dauer. Da die meisten Präparate aufgrund ihrer hohen toxischen Wirkung in der Anwendung für Hund und Besitzer gesundheitlich nicht unbedenklich sind, sollten sie auch nur sparsam angewendet werden. Auf jeden Fall sind Zecken so schnell wie möglich zu entfernen.Nachdem es jahrelang hieß, ein "Herausdrehen" mit einer speziellen Zeckenzange wäre das beste Mittel, weiß man jetzt, dass ein Herausziehen mit einer einfachen sogenannten Splitterpinzette oder auch mit den Fingernägeln der bessere Weg ist. Ich bevorzuge letzteres, wobei ich im Gegensatz zur Verwendung von Zeckenpinzetten kaum steckenbleibende Köpfe zu verzeichnen habe. Außerdem ist die Entfernung mit einem Ruck weitaus weniger schmerzhaft als das Herausdrehen, wie ich bereits am eigenen Leib feststellen konnte. Inzwischen gibt es in den Apotheken und auch in Tierhandlungen Zeckenkarten und Zeckenhaken, die beide sehr gut bei mittelgroßen bis großen Zecken geeignet sind, bei kleineren Exemplaren oder Nymphen helfen sie wenig. Gegen Borreliose ist ein Impfstoff für Hunde auf dem Markt.

Gegen FSME gibt es für Menschen eine Impfung.     

 

 
 
                                                                                                                                                       weiter zur Hausapotheke                    
 
 

 © Silvia Gabler 2005-2008