Trendsetter's Asteria, genannt Minnie

 

13.09.1999 - 24.09.2010  

                                               An einem schönen Nachmittag mit einem Hund auf einem Hügel zu sitzen,                                                                                                           bedeutet, wieder im Paradies zu sein,                                                                                wo Nichtstun nicht Langeweile war, sondern Frieden.

Milan Kundera

 

Asteria, genannt Minnie, weil sie die Kleinste im Wurf war, war einer ganz spezielle Hündin. Schüchtern und sehr, sehr anhänglich. Eigentlich wollte sie bei uns bleiben, was sie uns immer wieder deutlich zeigte, aber meine herzallerliebsten Nachbarn wussten das, mit ihren frei erfundenen Geschichten, zu verhindern.

 

So zog sie schließlich ganz in unsere Nähe zu Bekannten, war aber so oft wie möglich bei uns, und den anderen Hunden.

 

So schüchtern sie zeitlebens war, ausbüchsen war in den ersten Lebensjahren eines ihrer Hobbies. Dabei nahm sie, sofern sie bei uns war, bevorzugt Athene, besser bekannt unter Brille, mit. Wir hatten dann unsere liebe Müh' und Not sie wieder einzufangen und zurück zu bringen. Einmal riss sie sich im Wald, beim Anblick eines Rehs, mitsamt der Leine von mir los und ward nicht mehr gesehen. Voller Verzweiflung holte ich meine Tochter zu Hilfe und siehe da, Minnie hatte sich, gar nicht weit von der Stelle, an der sie ihre Flucht antrat, mit der Leine in einem Baumstamm verfangen und regelrecht gefesselt. Jedenfalls war sie diesmal sehr froh, als wir sie, so rasch wie möglich, aus ihrer doch recht prekären  Lage befreiten. Gelernt hat sie daraus aber Zeit ihres Lebens rein gar nichts. Typisch Minnie halt!

 

Mit all den anderen Hunden hat sie sich meist gut verstanden, obwohl  es einige Male dann doch zu Blessuren auf beiden Seiten kam, besonders wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlte. Dann konnte auch sie unangenehm werden.

 

Als sie im November 2009 endgültig wieder zu uns kam, war uns schon bewusst, dass wir, aufgrund ihrer Niererkrankung, nur noch eine relativ kurze Zeitspanne miteinander haben würden, die wir natürlich so gut, wie nur möglich, nutzen wollten.

 

Da sie ja Eve, die auch gerade auf Dauer bei uns eingezogen war, und Undine schon sehr gut kannte, gab es keinerlei Schwierigkeiten. Wenn Minnie in Ruhe gelassen werden wollte, brummte sie, oder schnappte kurz in die Luft und die beiden anderen zogen sich wohlweislich sofort zurück. So geriet ihre Positon als Rudelführerin nie in Gefahr und sie behielt sie auch bis zuletzt inne.

 

Sie spielte noch ausgiebig mit den, im Vergleich zu ihr, doch recht jungen Hunden, nur die Ausbrüche hatte sie sich in der Zwischenzeit - zu unserem Glück - abgewöhnt. Wir verbrachten mit allen Dreien noch eine wunderschöne Zeit.

 

Die Nierendiät war allerdings nicht das ihre, und so hatte ich Tag für Tag meine liebe Müh und Not, ihr das ungeliebte Futter zu verabreichen, was, bis auf einige Ausnahmen, letztendlich doch noch klappte. 

 

Ich hoffte sehr, dass uns noch  viel Zeit bleiben würde, die wir noch miteinander verbringen durften. Aber schon  kurz nach ihrem elften Geburtstag begann sie das Fressen zu verweigern und diesmal brachte auch der sofortige Tierarztbesuch keine Hilfe mehr. Es würde sich nur noch um Tage handeln, bevor auch sie ihrer Krankheit, der Niereninsuffizienz, erliegen würde.  Da wir noch immer das Bild von Aglaias Tod vor Augen hatten, beschlossen wir - schweren Herzens - unserer Minnie einen letzten Dienst zu erweisen, und ließen sie am 24.09.2010 von ihrem Leiden erlösen.

 

  

'

  

                                                                                                                                           weiter zu In memoriam Olympia

 

© 2010, 2016 Silvia Gabler