Trendsetter's Athene, genannt Brille

13.09.1999 - 14.04.2009

Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk.

Konrad Lorenz

 

Nach Ronja's allzu frühen Tod konnten wir endlich wieder Athene, genannt Brille, wegen der neckischen Farbgebung im Gesicht, zu uns nehmen.

Dieser große, starke Hund, der im Grunde genommen doch eine ziemlich feige Zeitgenossin war. Sie war für ihre selbstständigen Ausflüge bekannt, die in der ganzen Nachbarschaft sehr gefürchtet waren. Dabei hat sie aber nie jemanden etwas getan, sie hielt stets genügend Abstand. Am schlimmsten war es jedoch, wenn sie den nachbarlichen Zaun mühelos überquerte, um dann nach dem dort wohnenden Westie zu sehen. Dessen Frauchen bekam jedes mal fast einen Herzinfarkt, was ja auch, angesichts des großen Hundes direkt vor dem Wohnzimmerfenster, verständlich war.

 

Ich erinnere mich auch daran, wie sie, einmal zusammen mit Minnie, die Haustüre meiner "zweitliebsten" Nachbarn belagerte, und die herzige Nachbarin, voller Sorge um ihr eigenes Wohlergehen, bei uns anrief, damit wir die zwei "reißenden" Bestien sofort von dort entfernen würden. Natürlich hieß ich diese Ausflüge in Eigenregie nicht gut, aber manchmal konnte ich mir ein Schmunzeln doch nicht verkneifen.

Während Minnie diese Ausflüge im Alter nicht mehr unternahm, behielt Brille diese, sehr zum Schrecken aller Nachbarn, Zeit ihres viel zu kurzem Lebens bei.

 

Leider konnte mich Brille nur noch ein knappes Jahr begleiten, war sie mir erst noch vor kurzen über den Zaun entwischt, wollte sie ziemlich plötzlich fast nichts mehr fressen und wir brachten sie, in der Annahme, dass sie sich wieder erholen würde, in die Nürnberger Tierklinik. Bei der Abfahrt sprang sie noch, angesichts eines fremden Hundes wütend im Auto umher, sodass wir uns nicht allzuviele Sorgen machten. Auch der Tierarzt war zunächst nicht sonderlich besorgt , aber dann erbrachte die Blutuntersuchung ein erschreckendes Ergebnis. Ihre Nierenwerte waren enorm hoch, und es gab keinerlei Hoffnung mehr. So mussten wir uns auch von ihr viel zu früh, verabschieden, und ließen sie - schweren Herzens - am 14.April 2009 einschläfern.

 

 

  
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                weiter zu Aglaia   

 

 

©  2010- 2016 Silvia Gabler