Allergien beim Hund 

 

In den letzten dreißig Jahren hat eine Sensibilisierung gegen allergene Substanzen nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei Tieren im menschlichen Umfeld massiv zugenommen. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass circa 20% aller Hunde unter Allergien leiden Diese können mehr oder klinisch auffällig sein, bzw. nur zu bestimmten Jahreszeiten in Erscheinung treten. Allergische Reaktionen basieren auf einer überschießenden Antwort des Immunsystems bei Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, sogenannten Allergenen. Bei praktisch allen Säugetieren bilden sich gegenüber Fremdkörpern (z.B Bakterien, Viren, Pollen usw.) Antikörper der igG, IgA und IgM Klassen. Bei einer gewissen Anzahl von erblich vorbelasteten Hunden bildet sich aber eine besondere Klasse von Antikörpern, die sogenannten IgE, die für allergische Erkrankungen verantwortlich sind.
 

 

Symptome


Diese IgE Antikörper bewirken bei erneutem Kontakt mit diesen Allergenen, eine Reihe von entzündlichen Gewebsreaktionen wie:

Juckreiz, Hautrötungen, Pusteln, besonders am Kopf und an den Pfoten, durch Kratzen und Belecken der betroffenen Stellen kommt es zu teilweise starkem Haarausfall und offenen Stellen .
 

Diarrhoe, Koliken bei Futtermittelallergien 

Seltener Atembeschwerden, Reizhusten, Heuschnupfen und Bindehautentzündung


Erste Symptome von allergischen Erkrankungen zeigen sich meist beim Hund schon in jungen Jahren (1-3 Jahre). Sie beruhen auf einer erblich bedingten Neigung und treten bei bestimmten Rassen häufiger auf. Ob die Fellfarbe dabei wie z.B beim Irish Red Setter oder bei roten Langhaardackeln eine Rolle spielt, ist noch nicht geklärt .
Ähnliche Symptome, wie Juckreiz und Diarrhoe können auch durch andere Ursachen ausgelöst werden (Pilzerkrankungen, bakterielle Infektionen usw.) Im Zweifelsfalle sollte neben dem Allgemeintierarzt ein Spezialist zu Rate gezogen werden, letztendlich bleibt dem Hund damit eine lange Leidenszeit und dem Besitzer Kosten durch teuere Fehlbehandlungen erspart.


 

Die wichtigsten Allergene
 
Inhalationsallergene
  
  • Hausstaubmilben
  • Vorratsmilben
  • Gräserpollen
  • Baumpollen
  • Kräuterpollen
  • Schuppen
  • Schimmelpilze

 

Nahrungsmittelallergene
 
  • Milch und Milchbestandteile
  • Ei  
  • Nüsse, Erdnussöl(im Fertigfutter), Weizen, Haferflocken
  • Rind-, Schafs-, oder Schweinefleisch

Auch durch Flöhe  und Herbstgrasmilben kann bei Hunden eine allergische Reaktion auftreten.

 

Kontaktallergene

                                                                                         

  • Gummi
  • Metalle
  • bestimmte Duftstoffe
  • Putzmittel

 

Allergiediagnostik


Der Veterinär kann Hautteste mit verdächtigen Allergenen durchführen. Allerdings ist das für Hund und Halter eine mühselige, unangenehme und langwierige Prozedur. Der Hund muss dafür an einigen Stellen vollständig geschoren werden, die verdächtigen Allergene werden unter die Haut gespritzt. Die Hautreaktionen werden beobachtet und beurteilt. Einfacher ist es, die Allergene im Serum (Blutabnahme ) zu bestimmen. In bestimmten Fällen sind allerdings trotzdem weitere Proben und eventuell ein Hauttest notwendig. 


 

 
Therapie der Allergie


Bei nachgewiesene Inhalationsallergien sollten die Allergiequellen soweit wie möglich eleminiert oder zumindest gemiedem werden. Dies ist manchmal ganz einfach z.B Entfernung der Matratze bei Hausstaubmilben, häufiges Putzen und Staubsaugen, sehr oft aber so gut wie unmöglich (Gras und Blütenpollen )
Hyposensibilisierung (Immuntherapie) kann hier helfen. Diese Hyposensibilisierungskur besteht in der Einspritzung kleiner, aber zunehmender Mengen der verantwortlichen Allergene über Monate hinweg. Auch die Eigenblutkur kann gute Resultate erbringen. Auf jeden Fall sind rasche Erfolge selten. Cortison lindert die Hauterscheinungen, diese flammen aber häufig nach dem Absetzen wieder auf. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Cortison viele unerwünschte Nebenwirkungen haben und sogar Diabetes auslösen kann.

Bei Futtermittelallergien ist es dagegen fast immer möglich, die Allergene durch Futterwechsel zu eleminieren und durch entsprechend Diäten ein symptomfreies Leben zu ermöglichen.  

 

 

                                                                                                                                                       weiter zu Erbkrankheiten

   

 

© 2002 -2008 Silvia Gabler