Unser Welpenbrief

 

  

Der Setter-Ihr neues Familienmitglied

Mit einem Setter bekommen Sie einen ganz besonderen Hund, der auch einen ganz besonderen Besitzer verdient!

Sollten Sie schon Settererfahrung mitbringen, ist dies natürlich von Nutzen. Bedenken Sie aber bitte trotzdem, kein Lebewesen gleicht den anderen, auch die vier Setterrassen: English Setter, Gordon Setter, Irish (Red) Setter und der Irish Red and White Setter sind, trotz vieler Gemeinsamkeiten, doch sehr verschieden.

Falls Sie nicht gerne laufen, einen pflegeleichten, unkomplizierten Hund suchen oder Ambitionen haben, einen kleinen Kommissar Rex heranzuziehen, nehmen Sie bitte ganz Abstand vom Kauf eines Setters. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie beabsichtigen, ihren Hund im Zwinger zu halten: Der Hund und Sie würden dabei nur unglücklich werden. Sind Sie aber bereit, ein partnerschaftliches Verhältnis zu Ihrem Hund zu pflegen, können Sie auch schmutzige Pfoten, Teppiche und auch Kleidung, sowie angebissene Schuhe ja sogar Möbel, nervlich verkraften, dann können Sie sich auch auf das "Abenteuer" der Haltung eines Setters einlassen. Vergessen Sie dabei nie: Ein Setter ist von Natur aus ein Jagdhund, wenn auch viele unserer Setter seit einigen Generationen nicht mehr jagdlich geführt wurden. Deshalb sollten Sie sich beizeiten überlegen, welchen Ausgleich Sie ihm als Ersatz anbieten. Ein gelangweilter, nicht ausgelasteter Hund wird, auf der Suche nach Ersatzbefriedigung, schnell zu einem "ungezogenen" Hund. Bieten Sie ihm deshalb Betätigung in Form von Agility, Obedience, Flyball, langen Spaziergängen usw. oder lassen Sie ihn zum Therapie- oder Rettungshund ausbilden, auch als Reitbegleithund ist er einsetzbar. Für eine Schutzhundeausbildung ist er nicht geeignet, da er von Natur aus frei von jeder Schärfe ist und auch sein soll. Auch als Wachhund ist er damit ganz sicher nicht der Richtige.

Ganz egal für welche der oben aufgeführten Möglichkeiten Sie sich auch entscheiden, Ihr Hund wird Ihnen die Zeit, die Sie regelmäßig für ihn aufwenden, durch seine Anhänglichkeit und bedingungslose Treue danken.

Ein paar Worte zu Ihrem Welpen:

Auch falls Sie bereits einen oder auch mehrere Hunde gehalten haben, oder noch halten: Jedes Lebewesen ist ein unvergleichliches Individuum, und verdient es auch, als solches behandelt zu werden. Kein Hund ist wie der andere. Fördern Sie deshalb die ganz speziellen Fähigkeiten Ihres Welpen, ohne nach den "Leistungen" anderer Hunden zu schielen. Erfreuen Sie sich an Ihrem Setter, seinem unvergleichlichen, liebenswürdigen Naturell - der eigene Hund sollte doch immer der allerbeste sein.

Wenn Sie Ihren Hund mit acht Wochen oder auch später vom Züchter übernehmen, hat dieser schon die wichtigste Prägungsphase im Hundeleben durchlaufen. Er wurde in der Regel liebevoll und sorgfältig von der Mutterhündin und der Züchterfamilie aufgezogen und auf den Ernst eines Hundelebens vorbereitet. Meistens ist er bereits im Umgang mit Kindern, anderen erwachsenen Hunden, eventuell auch Katzen und anderen geübt. Stubenreinheit, Laufen mit Halsband und Leine und auch Mitfahren im Auto, all dies sollte er schon kennen, was bei einem seriösen Züchter selbstverständlich ist. Sorgen Sie nun dafür, dass sich diese positive Entwicklung auch fortsetzt. Trotzdem vermeiden Sie bitte jede Überforderung, haben Sie bitte viel Geduld mit Ihrem Hundekind und vor allem geben Sie ihm Zeit sich bei Ihnen – sehr plötzlich für ihn, getrennt von der gewohnten Umgebung, Mutter und Geschwistern - in aller Ruhe einzugewöhnen. Auch sollten Sie nicht gleich aufgegeben, falls sich Ihre bereits angestammten Katzen oder Hunde nicht sofort für den Neuzugang begeistern können. Geduld und liebevolle Konsequenz sind sowieso bei der Setterhaltung unbedingte Voraussetzung. Der Besuch einer Welpenspielgruppe, einer Junghundegruppe, sowie das spätere Ablegen der Begleithundeprüfung sind sehr empfehlenswert.

Ein Hund ist eine "Anschaffung", die Sie die nächsten 10-15 Jahre begleiten möchte, und kein Gebrauchsgegenstand, der bei "Nichtgebrauch" an der nächsten Ecke abgestellt werden kann. Ein Umtausch bei Nichtgefallen ist - bei einem seriösen Züchter - nicht möglich. Auch "funktioniert" er bestimmt nicht wie ein Computer, obwohl dieser auch - ganz ähnlich wie Ihr Hund - jeden "Bedienungsfehler" umgehend bestraft. Führen Sie sich bitte immer wieder vor Augen: "Nobody is perfect." Das gilt sowohl für den Hund, den Züchter und natürlich auch für Sie als Halter.

Auftretende Probleme sollten Sie zuerst mit dem Züchter und Haltern derselben Rasse besprechen. Wohlmeinende Ratschläge von Bekannten, die eine ganz andere Rasse besitzen, sind selten das Richtige für ihren Setter.

 

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© 1999/2004/2008/2015/2016 Silvia Gabler