Von "idealen" Welpeninteressenten und Käufern

 

  

Natürlich haben nicht nur die potentiellen Setterkäufer ihre eigenen Vorstellungen vom "richtigen" Züchter, auch seriöse Züchter, haben durchaus - Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel - ein wohl nie erreichbares Idealbild vom Interessenten für ihre Welpen im Hinterkopf.

Idealerweise wird der Kontakt lange vor dem Belegenlassen der Hündin geknüpft, nachdem sich der Interessent entsprechende Adressen von dem jeweiligen Clubs (siehe Menüpunkt Adressen) besorgt hat. Manche Züchter lassen ihre Hündin nur decken, wenn genügend Vormerkungen für den geplanten Wurf vorhanden sind. Leider ist das auch keine Garantie dafür, dass die Interessenten dann einen Welpen abnehmen. Trotzdem ist es wünschenswert, wenn sich Züchter und Interessent schon im Vorfeld beschnuppern können und der Züchter sich ein Bild von den zukünftigen Haltern seiner Welpen machen kann. Jeder Züchter würde sich dabei wünschen, dass die Interessenten es mit der Wahrheit genauer nehmen würden, leider ist dieser Wunsch oft vergeblich.

Dass der Interessent ein gewisses Grundwissen über die von ihm gewählte Rasse mitbringen sollte, setzen viele Züchter voraus. Leider sieht es in der Realität anders aus, viele Setterhalter wissen nicht, was sie sich mit einem Jagdhund überhaupt ins Haus holen. Deshalb sollten ernsthafte Interessenten auch jederzeit offen für Beratung durch den Züchter sein. Schließlich hält er in der Regel schon jahrelang gerade diese Rasse und kann Grundwissen über Eigenheiten und Wesen dieser Rasse meist besser vermitteln als jedes noch so "tolle" Rassebuch, in dem meist ein Idealbild gezeichnet wird, das der Überprüfung in der Praxis selten stand hält.

Ideal für jeden Züchter ist es, wenn die Welpen am Wurftag praktisch schon vergeben sind.

Viele Züchter erwarten, dass die zukünftigen Besitzer nun möglichst oft vorbeischauen, um sich ihren Welpen auszusuchen und sich mit ihm zu beschäftigen. Kein seriöser Züchter möchte einen Interessenten, der dabei gebührenden Abstand von Mutter und Wurfkiste hält, um sich nicht schmutzig zu machen.

Der Interessent sollte für die Ratschläge des in der Regel erfahrenen Züchters immer offen sein.

Terminvereinbarungen sollten stets eingehalten oder wenigstens rechtzeitig abgesagt werden.

Sollte der Interessent seine Kaufabsichten verwerfen, ist es unbedingt erforderlich, dem Züchter rechtzeitig Bescheid zu geben. Dass Leute, die sich einfach nicht mehr beim Züchter melden oder gar am vereinbarten Abholtermin nicht erscheinen, unerwünscht sind, versteht sich von selbst.

Käufer, die ihren Welpen nur einmal begutachten. um ihn dann mitzunehmen, sind in der Regel auch weniger gern gesehen, wobei der Züchter natürlich die Entfernung zum Wohnort des Käufers durchaus berücksichtigen wird.

Ungute Zeichen sind Ungeduld beim Käufer, denn dies lässt Rückschlüsse auf den späteren Umgang des neuen Halters mit seinem Familienzuwachs zu.

Welpenkäufer, die möglichst früh am Tag ihren Welpen abholen, werden dagegen von den meisten Züchtern geschätzt, berücksichtigen diese doch den Tagesablauf des Welpen und geben ihm damit Gelegenheit, sich bis zum Schlafengehen ein wenig in seinem künftigen Domizil umzusehen.

Jeder Züchter der nicht nur des Geldes wegen züchtet, wünscht sich, dass der Kontakt zum Welpenbesitzer auch in Zukunft nicht abreißt. Nichts ist schließlich ermüdender, wenn ein Züchter ständig nach der Entwicklung und dem Befinden des Hundes fragen muss.

Ideale Käufer halten von sich aus Kontakt und sei es nur ein, zweimal im Jahr zum Wurftag des Hundes oder an Weihnachten. Wer Welpentreffen, Jahrestreffen und anderes anbietet, erwartet natürlich auch, dass diese Angebote seitens der Hundekäufer genutzt werden.

Ein Ärgernis für jeden Züchter sind auch diejenigen, die sich nur dann melden, wenn massive Probleme auftreten. Sicherlich ist jeder Züchter froh, wenn er um Rat gefragt wird, aber noch mehr würde es erfreuen, wenn man sich einfach zwischendrin einmal melden würde, nur um "Hallo" zu sagen oder einfach mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist und es dem Vierbeiner gut geht.

Auch an der Spezies der Besserwisser, die um Rat fragen, um dann genau das Gegenteil zu machen oder gar beleidigt sind, wenn der Züchter einen anderen Standpunkt vertritt, als sie angenommen haben, hat kein Züchter seine helle Freude.

Der Idealkäufer ruft nicht wegen jeder Kleinigkeit beim Züchter und auch nicht zu unmöglichen Zeiten an. Dafür, dass der Züchter nicht jederzeit erreichbar ist, oder einfach einmal, aus welchen Gründen auch immer, gerade keine Zeit für den Käufer hat, sollte jeder vernünftige Mensch das nötige Verständnis aufbringen.

Jeder seriöse Züchter sieht es natürlich gerne, wenn die Hunde aus seiner Zucht nicht in der Versenkung verschwinden, sondern auch ausgestellt werden, so dass er seine eigenen Verpaarungen auch im Nachhinein noch kritisch beurteilen kann. Bei den Jagdhunden freut es natürlich, wenn diese später auch zu Jagdprüfungen geführt werden und der Besitzer bemüht ist, die Voraussetzungen für eine mögliche Zuchttauglichkeit durch entsprechende Bewertungen zu schaffen.

 

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© 2004-2016 Silvia Gabler