Der "passende" Welpe

  

 

Teilen Sie Ihre Überlegungen und realistischen! Wünsche  unbedingt dem Züchter mit, damit dieser Sie kompetent bei der Auswahl des Welpen, der für Sie und Ihre Bedürfnisse besonders geeignet scheint, beraten kann. In vielen Fällen wird Ihnen der Züchter einen speziell für Sie nach Ihren Angaben ausgesuchten Welpen präsentieren. Häufig ist das die richtige Methode, die allerdings nur erfolgreich sein kann, wenn der zukünftige Halter auch das Gefühl hat, dass der Welpe zu ihm passt. Wenn allerdings der Draht zwischen Welpen und zukünftigen Halter von vornherein nicht gegeben ist, der Hund vom Wesen oder aber auch vom Aussehen - seien wir doch einmal ehrlich, meist spielt auch die Optik eine nicht zu unterschätzende Rolle - nicht gefällt, sollte man lieber vom Kauf Abstand nehmen, auch auf die Gefahr hin, einen verärgerten Züchter zurückzulassen. Wobei ich der Meinung bin, dass ein seriöser Züchter auch dafür Verständnis haben sollte. Was nützt es ihm letztendlich, wenn ein Welpe trotz starker Zweifel zwar gekauft, aber dann einige Wochen oder Monate später zurückgegeben wird.

Sollten Sie Ihren Setter jagdlich führen wollen, empfiehlt es sich, einen Züchter zu suchen, der selbst Jäger ist und somit eine permanente jagdliche Führung der Mutterhündin gewährleistet. Häufig werden Setter nämlich nur solange zu Prüfungen geführt, bis sie alle zur Zuchtzulassung notwendigen Erfolge aufweisen können, danach "mutieren" sie oft zu Sofasettern. Welpen aus hochkarätigen jagdlichen Verbindungen gehören - meines Erachtens - sowieso in die Hände von Jägern, obwohl nicht verschwiegen werden sollte, dass auch nicht jeder Welpe aus noch so erfolgreichen Eltern, auch bei optimaler Förderung seiner angewölften Anlagen, wirklich ein guter Jagdhund wird. 

 Wer selbst keinerlei jagdliche Ambitionen aufweist, sollte lieber mit einem Hund vorlieb nehmen, dessen Züchter selbst kein Jäger ist.

Wer seinen Hund zum Rettungs- oder Therapiehund ausbilden möchte, wird sicher nicht zum ängstlichsten Welpen im ganzen Wurf greifen, aber auch der frechste, aufdringlichste dürfte nicht der richtige sein. Hier sollte ein Welpe, der mehr oder weniger gelassen in sich ruht, die beste Wahl sein. Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel und letztendlich sind sie für die weitere richtige Entwicklung des Welpen selbst verantwortlich. Wer viel in Feld und Flur unterwegs und selbst sehr agil ist, einen Hund für Agilitiy, Obedience, Flyball etc. möchte, darf sicher auch zum Ungestümsten im Wurf greifen. Halter, die nicht unbedingt selbst besonders konsequent und bestimmend auftreten, sollten auch von einem sehr dominant erscheinenden Welpen Abstand nehmen. Zurückhaltend erscheinende Welpen sind in einem Haushalt, womöglich mit mehreren Kindern und auch anderen Tieren, in dem es stets turbulent hergeht, bestimmt auch nicht am richtigen Platz. Sie sind eher für ein etwas älteres Ehepaar oder eine Einzelperson, selbstverständlich mit genügend Zeit, geeignet. Nicht verschwiegen werden sollte, dass nicht immer der erste Eindruck auch der richtig ist. z.B. Welpen die bei den Besuchen stets verschlafen und langsam erscheinen, können sich kurz vorher aufgrund eines überschäumenden Temperamentes vollkommen verausgabt haben, während andere, besonders munter erscheinende, gerade erst aufgestanden sind. Hier ist natürlich wieder der Züchter gefragt, der Ihren Eindruck entweder bestätigen oder korrigieren kann.

Wer plant, mit dem Welpen unter Umständen einmal züchten zu wollen oder eine Showkarriere im Auge hat, muss natürlich mehr als andere Käufer auch auf das Aussehen des Welpens achten. Dieser muss schon rein äußerlich dem Standard entsprechen und darf auch keine körperlichen Mängel aufweisen. Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass jemand mit Zuchtambitionen am besten mit einem Hunde bedient ist, bei dem der Zahnwechsel und das Kieferwachstum bereits abgeschlossen und der mindestens "vorgeröngt" wurde, am besten wäre natürlich ein mindestens 18 Monate alter Hund mit einer HD A1 Auswertung, noch besser ein Hund, der bereits die Zuchttauglichkeit erreicht hat. Solche Hunde sind natürlich nicht billig und ziemlich selten. Welcher Züchter gibt schon so ein Prachtexemplar ab??

Ein IRWS Welpe sollte eine klare Farbverteilung, sprich deutlich voneinander abgegrenzte rote Inseln aufweisen. Tüpfelung sollte nur an den erlaubten Körperteilen und keinesfalls am Rumpf vorhanden sein. Erfahrungsgemäß verstärkt sich die Tüpfelung mit zunehmendem Alter, auch ein kaum sichtbares Roan (unerwünschte Schimmelung) kann sich nach einigen Monaten durchaus zu einem Problem für die geplante Ausstellungskarriere "auswachsen“. Obwohl Tüpfelung, jedoch keine Schimmelung (ROAN) am Gesicht, an den Pfoten, an den Vorderläufen bis höchstens zu den Ellenbogen und an den Hinterläufen bis höchstens zu den Sprunggelenken zulässig ist, gilt, deutlich sichtbare und übermäßige Schimmelung (ROAN), Tüpfelung und Sprenkelung an jedem anderen Körperteil sind ein ausschließender Fehler. Manche Welpen haben, ähnlich wie IRS, zuerst eher semmelblonde statt sattroter Inseln, nur durch kleine Stege getrennte Inseln können mit zunehmendem Wachstum optisch in einander fließen.

 

 

Bei einem IRS sollten Sie darauf achten, dass sich keine allzu großen weißen Flecken an der Brust, oder auch an anderen Stellen befinden. Zwar sind Weiß an der Brust, am Hals und an den Zehen oder als kleiner Stern auf der Stirn oder als schmaler Streifen oder Blesse auf Nase oder Gesicht nicht disqualifizierend, aber doch nicht bei allen Richtern gerne gesehen. Die erwünschte satte kastanienbraune Färbung allerdings bildet sich erst später aus, Welpen sind eher semmelblond.  

 

 

 

Ein Gordon Setter sollte ein tiefglänzendes kohlschwarzes, ohne Rostschimmer, mit kastanienrotem, d.h. leuchtendem Brand haben. Der Rostschimmer tritt allerdings meistens erst später auf. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist erlaubt, Richter bevorzugen aber Hunde ohne weiße Abzeichen. Schwarze Strichelung (pencil markings) auf den Zehen und ein schwarzer Strich unter dem Unterkiefer sind ebenfalls erlaubt.

 

 

Der English Setter sollte möglichst keine Platten am Rumpf haben, ein klares Belton ist erwünscht. Allerdings dunkeln ES im Laufe der Monate nach, sodass ein acht Wochen alter Welpe, der bereits kräftig durchgefärbt ist, aller Voraussicht nach ziemlich dunkel werden wird. Wer bis dahin fast rein weiß erscheint, wird höchstwahrscheinlich auch sehr hell bleiben.

Falls Sie jedoch nur, wie wir, einen Hund zum Liebhaben nur für den Hausgebrauch suchen, können Ihnen kleine Farbfehler vollkommen egal sein, auch eventuell bereits vorhandene Zahnfehler sollten dann kein Hinderungsgrund sein, allerdings bin ich der Meinung, dass sich derartige Fehler in einem günstigeren Preis niederschlagen müssen.

 

 

                                                                                                                                                        weiter zu: Setterzubehör

 

 
© 2004-2015 Silvia Gabler