Asta von Hansls Pferdebox

 

 

20.09.1997 -23.10.2009
 

Histories are more full of examples

 

of the fidelity of dogs than of friends

 

 Alexander Pope

 "Asta"

 

Nach einiger Zeit stand der Entschluss fest, dass wir uns noch einen weiteren Setter ins Haus  holen wollten. Zum einen waren wir vom Wesen der beiden Setterrassen Gordon Setter und Irish Red and White Setter sehr angetan, zum anderen waren wir natürlich auch sehr neugierig auf die anderen beiden Rassen, den Irish Red Setter und den English Setter. Nach etlichen Überlegungen und Diskussionen innerhalb der Familie stand fest, ein English Setter sollte es sein. Leider blieb uns das Pech mit Züchtern und deren angeblichen "Zusagen" wieder einmal mehr treu. Wir waren sehr frustriert.

 

Dann las ich eines Tages in der örtlichen Rundschau, dass ganz in unserer Nähe Irish Red Setter Welpen angeboten wurden. Zuerst riefen wir dort einmal neugieriger Weise an. Schließlich entschlossen wir uns letztendlich nach langem Hin und Her, uns die Welpen doch einmal ganz unverbindlich anzuschauen. Als wir Asta zum ersten Mal in ihrer Box im Pferdestall, in die die Welpen von ihrer Wurfkiste im Haus vor einigen Tagen umgezogen waren, sahen, war es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Diese kleine zierliche Hündin, die mir als erstes ihre kleine Nase neugierig entgegenstreckte, sollte es sein. Leider war sie schon vergeben (kein Wunder, wenn man solange wie wir  mit der Besichtigung wartet) und ob eine ihrer Schwestern noch frei wäre, stand auch noch nicht sicher fest. Enttäuscht fuhren wir nach Hause, nicht ohne unsere Telefonnummer für alle Fälle - Interessenten sind nicht immer zuverlässig - hinterlassen zu haben. Nach einigen Tagen erreichte uns dann der Anruf, dass gerade "unser" Mädchen nicht abgeholt worden wäre und deshalb doch noch zu haben wäre.

Selbstverständlich mussten wir in diesem Fall  gar nicht mehr überlegen und so hielt Asta schließlich Ende November 1997 bei uns Einzug. Uns war gar nicht mehr bewusst, wie stressig doch die ersten Wochen mit einem Welpen sein konnten, war Diva doch zu diesem Zeitpunkt fast fünf und Olympia zweieinhalb Jahre alt. Jedenfalls hatten wir zwei fast schlaflose Wochen, bis sich alles eingependelt hatte. Im Gegensatz zu Olympia wurde Asta aber sehr schnell stubenrein. Nur das Laufen an der Leine war eine Qual für Hund und Führer. Alle noch so hervorragenden Tipps halfen uns nicht weiter. Auch heute ist Asta noch nicht so leinenführig, wie wir das gerne hätten.

 

Entgegen meiner Befürchtungen, dass die "Chefin" Diva, die mit Welpen Zeit ihres Lebens nie etwas Rechtes anfangen konnte, den Neuankömmling nicht akzeptieren würde, entwickelte sich zwischen den beiden ein erstaunlich gutes Verhältnis. Zum Großteil lag das wohl daran, dass Asta, ganz im Gegensatz zu Olympia, immer sehr genau wusste, wann es an der Zeit war, aufzuhören, bzw.  Unterwürfigkeit zu zeigen, so dass es in all den Jahren nur zu zwei etwas heftigeren Zusammenstößen mit Diva kam.

 

Nach einigen harmonischen Monaten begann Asta nach ihrer ersten Läufigkeit sich erstaunlicherweise gegen ihre anfänglich so geliebte Spielkameradin Olympia aufzulehnen und ihr den zweiten Platz im Mini-Rudel streitig zu machen. Es kam zu einigen sehr unschönen Szenen, die leider nicht ohne Blessuren für beide Seiten abliefen.

 

Nachdem Olympia im September 1999 geworfen hatte, duldete sie Asta nicht mehr in der Nähe der Wurfkiste und damit in der Nähe der Kleinen. Paradoxerweise überließ sie Asta aber bald die Arbeit der weiteren Aufzucht und Erziehung der Welpen, eine Rolle, die Asta sehr willig und dabei hervorragend ausfüllte.

 

Bedauerlicherweise litt Asta seit ihrem ersten Lebensjahr unter einer schweren Hausstaub- und Gräserallergie, die ihr besonders in den Sommermonaten das Leben schwer machte. Juckreiz und Haarausfall, sowie Bindehautentzündung waren die Folgen dieser Allergie. Desensibilisierung, homöopathische Mittel und Eigenblutbehandlung brachten leider nur einen kleinen Teilerfolg.

 

Auch heute gehen sich Asta und ihre Erzrivalin noch immer aus dem Weg, während sich Asta dagegen mit Ronja glänzend versteht. Merkwürdigerweise gibt es außerhalb des angestammten Reviers (Haus und Garten) zwischen Asta und Olympia keinerlei Streitigkeiten. Wir vertrauen darauf, dass sich das Verhältnis der beiden wieder entspannt, wenn wir, hoffentlich bald, in eine neues Domizil übergesiedelt sind und damit die Reviergrenzen von einst der Vergangenheit angehören.

 

Asta ist nach wie vor liebstes Kind und Favoritin unseres Sohnes Andreas, inzwischen ist er auch ihr Besitzer und Halter geworden. Noch eine Eigenschaft zeichnet unsere Asta  aus, während all unsere Setter, auch die Welpen, es schon einmal ausprobieren mussten, wie super es außerhalb des Reviers ist, indem sie unter oder über den Zaun das Weite suchten, hat dies Asta in siebeneinhalb Jahren noch nicht einmal, auch nur ansatzweise, probiert, obwohl sie eine gewaltige Sprungkraft besitzt. Wir hoffen, dass uns unsere "Rote" noch sehr lange erhalten bleibt.

 

Seit 2003 ist es uns gelungen, bei Asta  die Allergieerscheinungen auf ein Minimum zu reduzieren und entgegen aller Prognosen sind zwischenzeitlich auch die kahlen Stellen wieder vollständig verschwunden. Zu verdanken ist dies den homöopathischen Mitteln Galphimia Glauca D 12 und Silicea D 12.

Leider läuft es im Leben nicht immer wie geplant. Inzwischen schreiben wir Juli 2008 und viele unserer Wünsche und Hoffnungen haben sich zerschlagen. Wir wohnen noch immer in unserem alten Domizil und Olympia lebt leider seit drei  Jahren nicht mehr. Asta hat sich inzwischen mit der Gordon Setter Hündin Undine, die auch Andreas gehört, zusammengerauft. Ernsthafte Beißereien gab es zum Glück zwischen den beiden nicht, was mit Sicherheit auch an der Schwarzen liegt, die lieber einmal mehr kuscht und in Unterwürfigkeitsstellung geht, obwohl sie nicht wirklich unterwürfig ist.

Bei Asta musste bedauerlicherweise 2006 die rechte Milchleiste entfernt werden, die linke folgte im Frühjahr 2007. Ansonsten geht es ihr aber prima, auch wenn sie mit mittlerweile mit über 10 Jahren Jahren nicht mehr die Jüngste ist. Die Operationen hat sie wunderbar überstanden, auch der postoperative Verlauf war ohne Komplikationen. Ihre schwere Allergie ist nicht mehr aufgetreten, worüber wir sehr glücklich sind.

 

Obwohl wir den kühlen und regnerischen Sommer 2006 für lange Spaziergänge und jede Menge Übungseinheiten nutzen konnten, lässt die Leinenführigkeit nach wie vor zu wünschen übrig. Vor allen Dingen werden bei  unserer Roten beim Anblick eines Eichhörnchens Gehirn und Gehör abgeschaltet. Während sie ohne Leine - auch bei Wildbegegnungen - einen sehr guten Gehorsam zeigt, hat sich leider trotz vieler Bemühungen das Laufen an der Leine noch nicht entscheidend verbessert.

 

23.10.2009

Leider musste uns Asta heute, vollkommen unerwartet, für immer verlassen. Nachdem sie die Gebärmutterentfernung Ende April gut überstanden und sich wieder bestens erholt hatte, ist sie aufgrund einer Gehirnblutung auf dem Weg zum Tierarzt in meinen Armen gestorben. Mach's gut, mein Mädchen, warte auf uns!

 

  
                                                                                                                                                  weiter zu In memoriam Asta

 

 

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